Wasser, Biokompasse und andere Geschichten

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  • Hier werde ich hin und wieder mal Artikel auf deutsch zusammenfassen, die ich ganz interessant finde, hauptsächlich Biologie und Biochemie, aber hin und wieder zu ganz anderen Themen. Wie es sich für halbwegs gute Recherchen gehört, packe ich immer die Quellenangaben dazu, falls ihr mehr zu den jeweiligen Themen erfahren möchtet, allerdings sind nicht alle davon frei zugänglich (vor allem die Originalartikel aus Magazinen wie Nature und Science).
    Das Ganze dient für mich als Übung zum verständlichen Umschreiben von Fachtexten, als generelle Schreibübung und dazu, mich und eventuell auch euch auf dem aktuellsten Stand der Dinge zu halten. Sind ja zum Teil ganz coole Sachen dabei.

    Es ist aber anzumerken, dass es sich bei den meisten dieser Artikel um wirklich neue Ergebnisse handelt und es hin und wieder zu Fehlinterpretationen kommen kann oder bei Ergebnissen gepfuscht wurde. Nur so am Rande. Lieber nochmal nachschlagen als alles blind nachplappern ;D

    Weitere mögliche Ursprünge des Wassers auf der Erde

    Wie ihr vielleicht hier und da schon mitbekommen habt, gibt es die aktuell stark vertretene Meinung, dass ziemlich viel, wenn nicht sogar das meiste Wasser, das wir heute auf der Erde vorfinden, von Meteoriten und anderen Brocken aus dem All stammt. Jetzt wurde anhand von Untersuchungen an Vulkangestein (das ja bekanntermaßen erstarrte Lava ist) festgestellt, dass auch im Inneren der Erde Wasser vorhanden ist, also nicht von außen über Meteorite stammt. Wie das herausgefunden wurde? Isotopenanalyse. Das Wasser auf der Erdoberfläche enthält einen höheren deuterierten (also "schweres" Wasser mit Deuterium) Anteil als das Wasser im Vulkangestein, unterscheidet sich also messbar. Dementsprechend stammt dieses "andere" Wasser im Erdinneren noch von der Zeit der Entstehung unseres Planeten bzw. Sonnensystems aus Staub. Dies könnte auch die Quelle von Wasser auf anderen sonnennahen Planeten sein.

    Quellen:
    nature.com/news/volcanic-rock-…-of-earth-s-water-1.18779
    sciencemag.org/content/350/6262/795 (Hallis et al: Evidence for primordial water in Earth’s deep mantle. (2015) doi:10.1126/science.aac4834)



    Potenzielles Kompass-Molekül charakterisiert

    Das Eisen-Schwefel-Protein CG8198 in Fruchtfliegen ist essentiell für ihre Orientierung am Erdmagnetfeld und wurde von der Forschungsgruppe im Laufe der Veröffentlichung einfach in MagR (magnetischer Rezeptor) umgetauft. Es bildet zusammen mit Cryptochromen (Cry) stabförmige Proteinkomplexe, die sich z.B. am Erdmagnetfeld ausrichten und stellt damit eine vielversprechende Basis für weitere Untersuchungen dar. Beispielsweise kann man damit die Ausrichtung/Orientierung an Magnetfeldern (Magnetotaxis) in verschiedenen Organismen untersuchen oder sogar gezielt zweckentfremden. Einen ähnlichen Fall gab es mit Rezeptoren zur Lichterkennung, die kurzerhand dazu umfunktioniert wurden, Nervenzellen mit Lichtsignalen zu aktivieren.

    Quellen:
    nature.com/news/long-sought-bi…ompass-discovered-1.18803
    nature.com/nmat/journal/vaop/ncurrent/full/nmat4484.html (Qin et al: A magnetic protein biocompass. (2015) doi:10.1038/nmat4484)



    Neuen Lebenszweig im Darm entdeckt

    Klingt komisch, ist aber so. Anscheinend ist Forschern bei DNA-Untersuchungen aufgefallen, dass sich einige Sequenzen genug von bisher bekannten unterscheiden, um sie von den 3 bisher bekannten Domänen (Bacteria, Archaea, Eukarya) getrennt zu betrachten.

    Quellen:
    sciencealert.com/scientists-th…uld-be-living-in-our-guts
    biologydirect.com/content/10/1/64 (Lopez et al: Highly divergent ancient gene families in metagenomic samples are compatible with additional divisions of life. (2015) doi:10.1186/s13062-015-0092-3)



    Lügen haben abstrakte Formulierungen

    Nicht nur Plagiate sondern vor allem manipulierte Daten sind in wissenschaftlichen Texten ein großes Ärgernis. Entsprechend hat eine Forschergruppe in Standford nach bestimmten Formulierungen in zurückgezogenen Veröffentlichungen gesucht, um eventuell sprachliche Hinweise auf solche bewusste Manipulationen zu erhalten und in Zukunft zu vermeiden. Dabei ist herausgekommen, dass im Falle einer solchen Fälschung überdurchschnittlich viel Jargon im Text verwendet wurde.
    Dabei sollen die Ergebnisse dieser Studie nicht dazu führen, dass Publikationen anhand ihrer Sprache pauschal abgelehnt werden, sondern dass die Autoren einen Warnhinweis erhalten, worauf sie ihre Texte noch einmal überarbeiten sollen.

    Quellen:
    news.stanford.edu/news/2015/no…cience-papers-111615.html
    jls.sagepub.com/content/early/…/0261927X15614605?papetoc (Markowitz & Hancock: Linguistic Obfuscation in Fraudulent Science (2015) doi:10.1177/0261927X15614605)

    410 times read

Comments 3

  • LPerMike -

    Finde ich auch gut c: Dann hat man auch mal die komplexeren Themen als kurze Zusammenfassung vorliegen, die man so zwischendurch lesen kann wenn man gerade eigentlich nicht viel Zeit hat :D Gefällt mir :)

  • reimoba -

    Endlich mal was Interessantes!

  • muellnik -

    Dieser Blog is mal was für mich. Super Sache. Danke Klebe :D